Gebärdensprache eröffnet gänzlich neue Möglichkeiten

Sprechen und hören sind zwei Sinne die enorm wichtig sind und unmittelbar im Zusammenhang stehen. Meist ist es so, dass Taube nicht oder sehr schwer sprechen können und Stumme nur bedingt hören können. Lange Zeit waren diese Menschen vom sozialen Leben ausgegrenzt und konnten nur schwer an Nachrichten, Schulbildung und einer aktiven Freizeitgestaltung teilnehmen. Zum Glück und dank intensiver Forschung und Entwicklung konnte sich diesbezüglich ein großer Wandel vollziehen. Die Gebärdensprache eröffnet vollkommen neue Dimensionen und hat sich längst fest etabliert.

Das Sinnesorgan Ohr – Hören, lauschen, fühlen

Die meisten Menschen nehmen Informationen durch das Hören wahr, nehmen dies auf, verarbeiten und antworten in Worten. Sprache besteht aus hören, sprechen und immer beteiligt sind natürlich Worte. Diese Worte werden zu Sätzen, die Sätze zu Texten und die Texte möglicherweise zu einer Geschichte. Vielleicht wird die Geschichte fortgesetzt und es handelt sich um ein komplexes Werk – man wird es hören – oder auch nicht. Taube können nichts oder nur einzelne Fragmente (Geräuschkulisse, Rauschen, Summen) höre. Die Verständigung ist demnach kompliziert, wenn es nicht die sogenannten Gebärden geben würde. Dieses spezielle Alphabet mit einzelnen Wort-Bedeutungen und Zusammenhängen ist in jeder Sprache etwas anders und besteht aus einem kompletten Wortschatz, der der allgemeinen Sprache entspricht. Fragen, Aufforderungen, Möglichkeiten und natürlich die korrekte Grammatik sind vollständig enthalten. So wird eine schnelle Verständigung ermöglicht, welche simultan zu den gesprochenen Sätzen erfolgen kann. Auch Gefühle lassen sich bestens ausdrücken und inzwischen gibt es sogar Theaterstücke, Führungen oder konzertante Aufführungen für Taube.

Erkrankungen des Gehörs – von Geburt an oder im Leben erworben

Durch die Vielzahl der unterschiedlichen Erkrankungen gibt es die verschiedensten Krankengeschichte. Mitunter kommen Kinder mit einem Hörschaden zur Welt und die Situation bleibt über das gesamte Leben gleich. Natürlich könnte sich das Krankheitsbild ebenso verschlechtern. Auf der anderen Seite kann man durch eine Erkrankung oder durch einen Unfall das Gehör verlieren. Dieses kann sich wieder erholen oder der Verlust ist konstant. Natürlich sollte diesbezüglich auch die erbliche Veranlagung betrachtet werden. Aber auch hier gibt es keine Sicherheit und genaue Prognosen können nicht getroffen werden. Beide Elternteile können gehörlos sein und das Kind kann sehr gut hören und wird dies auch Zeit seines Lebens fortsetzen können. Durch die zahlreichen Möglichkeiten ist es natürlich kompliziert, irgendwelche Prognosen aufzustellen. Auf jeden Fall ist immer viel Ausdauer, Geduld und natürlich Mitgefühl erforderlich. Denn sobald ein Sinnesorgan ausfällt oder nur noch bedingt funktioniert, sind die anderen Sinne umso wichtiger und gewisse Einschränkungen müssen bestmöglich überwunden werden.

Gebärden für Hörende

Was vor einiger Zeit noch nicht denkbar war, ist nun Realität geworden. Die Gebärdensprache ist fester Bestandteil im Fernsehen geworden. Während das Ablesen von den Lippen noch immer eine echte Herausforderung ist und auch nicht von jedem Gehörlosen beherrscht wird, können die Gebärden im täglichen TV-Programm verfolgt werden. Somit können Nachrichten synchron verfolgt werden, was einen großen Schritt in Richtung Inklusion bedeutet. Bestimmte Projekte und Veranstaltungen führen Hörende und Nicht-Hörende zusammen und der Austausch wird gefördert. Übersetzer werden ausgebildet und auch in Theaterstücken ist ein kultureller Austausch möglich. Es gibt also eine Vielzahl der unterschiedlichsten Möglichkeiten, miteinander ins Gespräch zu kommen und sich wirklich etwas mitzuteilen. Interessierte können sich in dieser speziellen Form der Verständigung üben und werden vielleicht bald daran Spaß haben. Denn dadurch eröffnen sich komplett neue Möglichkeiten, sodass man zum Beispiel ohne Worte über eine weite Distanz miteinander kommunizieren kann. Sobald die Barrieren in den Köpfen weiter ausgeschaltet werden, kann auch eine Erkrankung des Gehörs für unterschiedliche Menschen eine Chance zur Zusammenarbeit und zum Austausch werden, wobei man bewusst voneinander lernen kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.